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He, du Che! Helden ohne Ende

von Ekkehardt Emig

He, du Che!

 

Die Geschichte beginnt mit der Legende seines Todes ... und der Geburtsstunde des Fremden, der in einem roten Tuch zur Welt kommt.
Drei Frauen sorgen dafür, dass sich der Fremde dem Mythos des Helden nähert. Bestärkt von dessen revolutionären Ideen beschließt der Fremde, die Geschichte von Che neu zu leben – ihren Verlauf zu ändern. »Wie, wenn man das Leben noch einmal beginnen könnte. Seien wir realistisch, wagen wir das Unmögliche.« Doch einmal mehr scheitert der Held in dem Versuch, andere zu ihrem Glück zu zwingen ... und wird am Ende verraten.
Ches Versuch, die Zeit anzuhalten, ein Ruder herumzureißen, bleibt vergeblich. Er stirbt. Dass er das Unmögliche wagte, macht ihn nach seinem Tod zum Helden.
Hier könnte die Geschichte enden. Aber da ist noch der »Weiße Mann am Schlagzeug«, der glaubt, mit genügend Abstand die Wahrheit zu wissen. Je länger er die Geschichte verfolgt, je mehr er sie kommentiert, desto mehr verstrickt er sich in sie, wird ein Teil von ihr. Es gibt keine absolute Wahrheit, aber Helden ohne Ende.
Wir befinden uns wieder in der Gegenwart: Das halbverbrannte Foto von Che tanzt im heißen Wind ... nachdem sich drei Kinder in die Luft gesprengt haben.
Ekkehardt Emig, Autor und Regisseur, hat dieses Stück vor dem Hintergrund der kontroversen Debatten über die Studentenbewegung um 1968 und ihre Helden geschrieben. Die Inszenierung ist eine poetische Auseinandersetzung mit dem Heldenbild unserer Gesellschaft.

Es spielen: Absolventen und Studenten des 6. und 7. Semesters

Künstlerische Leitung: Ekkehardt Emig
Musikalische Einrichtung: Martin Laubisch

Premiere: 25. April 2008, Kulturhaus Berlin-Weißensee